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Diskografie
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BIOGRAFIE
Julian Riem 1973 in München geboren, studierte bei Michael Schäfer an der Münchner Musikhochschule und bei Michel Béroff am Conservatoire National Supérieur in Paris. Zuletzt setzte er sein Studium in der Solistenklasse von Rudolf Buchbinder an der Basler Musikakademie fort, wo er 2003 das Solistendiplom mit Auszeichnung erhielt.
Julian Riem gewann internationale Klavierwettbewerbe in Modena, Madrid und Florenz und war Stipendiat des Deutschen Musikwettbewerbs. Als Solist, Kammermusiker und Liedbegleiter konzertiert er regelmäßig in Europa und Japan.
Auftritte bei internationalen Festivals u. a. Klavierfestival "Liszt-en-Provence", "Musica mundi" in Brüssel, "Europäischen Musikakademie" in Aix-en-Provence, "Sándor Vegh International Chamber Music Akademy" in Prag, "Musiksommer Sofia", "Rolf Liebermann Podium" Hamburg, "Les Muséiques" in Basel, "Münchner Biennale" und "Münchner Opernfestspiele".
Die musikalische Zusammenarbeit mit Markus Wolf begann 1999 im "Münchner Horntrio" mit Johannes Dengler und setzte sich wenig später als ständiges Duo fort. Die zahlreichen Konzertverpflichtungen bestätigen den gemeinsamen Erfolg. Die Süddeutsche Zeitung schrieb 2006 "[…] der junge Münchner Pianist Julian Riem und Markus Wolf, langjähriger Erster Konzertmeister des Staatsorchesters, sind zwei ganz ausgezeichnete, blitzsaubere Kammermusiker, die mit Ernst und Hingabe die Stücke spielen. …"
Intensive musikalische Zusammenarbeit verbindet ihn mit Gavriel Lipkind (Violoncello) und Ofelia Sala (Sopran).
Julian Riem wirkt bei Ton- und TV-Aufzeichnungen für den BR, NDR, SWF, das ZDF, beim japanischen NHK, Radio Nacional Spanien und beim Bulgarischen Rundfunk mit.
Seit 1999 ist er Lehrbeauftragter der Musikhochschulen in München und Augsburg. |
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Festspiel-Duorecital
Blitzsauber und klar
Am 7. Februar 1828 schrieb die Wiener Zeitung Der Sammler über Schuberts C-Dur-Fantasie für Geige und Klavier: 'Die Fantasie dehnte sich etwas lang über die Zeit aus, die der Wiener den geistigen Genüssen widmen will. Der Saal wurde allmählich leerer, und der Referent gesteht, dass auch er von dem Ausgang dieses Musikstücks nichts zu sagen weiß.'
Nur gut, dass das heute anders ist, denn beim "Festspiel-Duorecital" in der Allerheiligenhofkirche nahmen sich Geige und Klavier erst nach dem Abschnitt mit den Variationen die Freiheit, dem Geniestreich Schuberts mit aller Kraft zu begegnen und damit in einen strahlenden Schluss zu finden. So zeitigte diese Matinee trotz einer gelegentlichen Zurückhaltung jede Menge Glanzpunkte und vermittelte Entdeckungen zuhauf: zum Beispiel, dass der junge Münchner Pianist Julian Riem und Markus Wolf, langjähriger erster Konzertmeister des Staatsorchesters, zwei ganz ausgezeichnete, blitzsaubere Kammermusiker sind, die mit Ernst und Hingabe die Stücke spielen.
Auch Beethovens A-Dur-Sonate op. 30.1 verdankte ihre Klarheit einem sehr kontrollierten Geigenton – hier die zweite Entdeckung, eine Stradivari, bloß klanglich etwas eng im oberen Register – sowie der unbedingten Präzision des Klaviers. Großartig etwa die markanten Rhythmuswechsel im ersten Satz, die vielen nachdenklichen Passagen im zweiten. Vielleicht beschränkte sich Julian Riem allzu konsequent auf die Begleiterrolle, doch hatte dafür später die Janácek-Sonate nur umso mehr Kraft und Differenziertheit, von zwei gleichwertigen Partnern zum Sprechen gebracht. Wenn einzig Richard Strauss’ frühe Sonate op. 18 gegen die andern drei Stücke leicht abfallen mochte, lag das gewiss nicht an den Spielern.
Süddeutsche Zeitung, Johannes Rubner, 07.07.06
Violinabend Markus Wolf
Weitergedacht
Seit elf Jahren ist Markus Wolf Konzertmeister des Bayerischen Staatsorchesters. Der Violinabend, den er im Kleinen Konzertsaal des Gasteig als Dozent am Richard-Strauss-Konservatorium gab, wäre auch ein würdiger Beitrag zum Programm der Opernfestspiele gewesen. Wolf ist Meisterschüler von Alban-Berg-Quartett-Primarius Günter Pichler. Sein Spiel verbindet die Tradition des analytischen Wiener Espressivo, die sich auf Schönbergs Schwiegersohn Rudolf Kolisch beruft, mit den Erkenntnissen der historischen Aufführungspraxis.
Schönbergs späte 'Phantasy' mit ihren aberwitzigen Flageolett-Verrenkungen wird bei Wolf zu einer jüdischen Rhapsodie, einem Grabmal für eine Generation osteuropäischer Virtuosengeiger, die das Ungespielte im nahezu Unspielbaren zu fassen versucht. Wolf geht es nicht um den schönen Ton und den zurecht gelegten Text. Er sucht die Gefahr unbequemer Bogen- und Fingersätze. Die riskante Konsequenz und die oft bestürzend schnellen Tempi, mit denen er Bachs d-moll-Partita auf eine geradezu Le-Corbusierhafte Architektur reduziert, nötigen weit mehr als nur Respekt oder Begeisterung ab: Wolf denkt auf seinem Instrument nach, vermittelt Aufschlüsse, verwirft auch zuweilen wie in den Mittelsätzen von Brahms d-moll-Sonate op. 108, wo er Brahms’ an der Kitsch-Grenze entlang streifende Begeisterung für Bachs d-moll-Chaconne dem G-Saiten-Schmalz aussetzt. Auf seinen glänzenden jungen Begleiter Julian Riem kann sich Wolf sowieso verlassen, wenn es gilt, kein ambivalentes Detail des musikalischen Inhalts zu verschweigen. Das Meisterstück gelingt den beiden mit Ravels G-Dur-Sonate, einem Essay über die Aporien und Einbahnstraßen aller Tonsprachen der Avantgarden, in dem Ravel mit seinen früheren Schreibweisen gnadenlos streng ins Gericht geht.
Ovationen, auch wenn der Saal nicht ganz gefüllt war. Ein eindrücklicheres Plädoyer für das Richard-Strauss-Konservatorium kann man sich nicht denken.
Süddeutsche Zeitung, Anton Sergl, 17.07.02 |
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